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1000 Jahre Geschichte
 

Seit 1000 Jahren liebt La Rochelle, « die Rebellin », den Unterschied: demokratisch vor der Zeit, ist es protestantisch, während ganz Frankreich katholisch ist. Es wird von den Königen geschützt, als das Land unter der Last der Steuern stöhnt.   

Schon seit jeher zeigt die Stadt ihre Andersartigkeit.

10. Jahrhundert: Das Dorf der Fischer

Im 10. Jahrhundert als Fischerdorf auf felsigem Grund inmitten von Sümpfen gegründet, wird La Rochelle ab dem 12. Jahrhundert ein wichtiger Hafen.  Dadurch, dass La Rochelle bereits vor 1137 vom Herzog von Aquitanien Wilhelm X mit weit reichenden Freiheitsrechten ausgestattet wird, befreit es sich  von der feudalen Vormundschaft.
50 Jahre später bekommt La Rochelle als erste Stadt Frankreichs einen Bürgermeister: Guillaume de Montmirail.

13. Jahrhundert: Handel

Im Laufe der beiden folgenden Jahrhunderte nützen der Bürgermeister, die Stadträte und die Reeder den Streit zwischen den Königreichen Frankreich und England geschickt aus, um ihre Privilegien und ihre Reichtümer zu vergrößern. Das 13. Jahrhundert markiert den Höhepunkt des Handels, der auf Wein und Salz basiert.
La Rochelle ist bis zum fünfzehnten Jahrhundert der wichtigste französische Hafen am Atlantik.

16. Jahrhundert: Reformation

Die Unabhängigkeit der Stadt La Rochelle ist die Grundlage für ihre bereitwillige Aufnahme der neuen Ideen der Reformation.  Als „Hochburg“ und Hauptstadt des protestantischen Lagers erobert La Rochelle den Status einer freien Stadt. Damit stellt La Rochelle eine Gefahr  für  Richelieus Vereinigungspolitik dar.

Als der Bürgermeister am 10. September 1627 mit Kanonen  auf die königlichen Truppen schießen lässt, lässt die Repression nicht lange auf sich warten.

Im folgenden Monat belagert die königliche Armee die Stadt. Jean Guiton, der am 30. April 1628 zum Bürgermeister gewählt worden war, gibt angesichts der Hungersnot nach, und nach mehr als dreizehn Monaten Belagerung bittet La Rochelle um die Gnade des Königs, die dieser am 28. Oktober gewährt. Das Bürgermeisteramt wird sofort abgeschafft, La Rochelle verliert seine Privilegien und die Befestigungsmauern werden zerstört.

17. und 18. Jahrhundert: Die Neue Welt

Sehr schnell - auch dank dem Seehandel -  nimmt die Stadt ihre Aktivitäten wieder auf und verstärkt sie noch. Die Jahre 1630-1635 stehen für den Beginn der regelmäßigen Beziehungen mit Neufrankreich (Kanada) und den Antillen.
Im Jahr 1694 blüht der Handel (Zucker in der Karibik, Pelze aus Kanada und Dreieckshandel); die intellektuelle Renaissance und die künstlerische Ausstrahlung von La Rochelle verstärken sich.

19. Jahrhundert: Der Seehandel

Die Revolution und die Napoleonischen Kriege lassen die Stadt in einen Dämmerzustand versinken, aus dem sie erst erwacht, als 1890 der Tiefseehafen von La Pallice eröffnet wird.
Die neuen sehr leistungsfähigen Hafenanlagen, beleben den Überseehandel. Die besonders günstige Lage des Hafens von La Rochelle Pallice führt dazu, dass während des Zweiten Weltkrieges eine deutsche U-Boot-Basis angelegt wird.
Trotz dieser strategischen Bedeutung und der Tatsache, dass La Rochelle in den letzten acht Kriegsmonaten zu einer Widerstands-Enklave der Deutschen Besatzungsmacht geworden ist, erleidet die am 8. Mai 1945 befreite Altstadt (die letzte befreite Stadt in Frankreich) keine größeren  Zerstörungen.

20. Jahrhundert: wichtige Daten

Von den fünfziger Jahren bis heute erfährt die Stadt ein starkes Bevölkerungswachstum. Vier neue Viertel entstehen am Stadtrand, und eine Reihe von wichtigen Projekten wird ausgeführt: ein Yachthafen für 3500 Boote (der größte Yachthafen an der Atlantikküste), ein Fischereihafen mit hochmodernen Anlagen für den Fischgroßhandel, Straßen- und Bahn-Infrastruktur (TGV), sowie die Gründung und Einrichtung einer multidisziplinären Universität.  

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